Frageverzeichnis

Zu den hier aufgeführten Fragen habe ich entweder bereits Texte geschrieben oder ich bin dabei sie zu bearbeiten. Wenn ihr andere Fragen habt dann postet diese ins Gästebuch. Wenn Sie ernstgemeint sind, dann nehme ich sie in die Liste auf!

Sexualität und Sexualmoral 

  1. Künstliche Empfängnisverhütung aus Sicht der katholischen Kirche
  2. Zur aktuellen Debatte um die "Pille-Danach"
  3. Präimplantationsdiagnostik und Schwangerschaftsabbruch versus Recht auf Leben
  4. Homosexualität - Gegen die Schöpfungsordnung?

Das Recht auf Leben

  1. Definition "Leben" - Ab wann ist entstehendes Leben schützenswert?
  2. Aktive Sterbehilfe - Selbstbestimmt leben und in Würde sterben

Wirtschaftsethische Fragen

  1. Gibt es eine Pflicht zu spenden?
  2. Das Recht auf Nahrung - Was kann ich tun?
  3. Die Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung des Einzelnen - Bewusst die Wirtschaft lenken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Zur aktuellen Debatte um die "Pille-Danach" im Falle einer Vergewaltigung

Die Debatte um einen Zwischenfall in zwei Kölner Krankenhäusern im Januar 2013 rückt die Problematiken der kirchlichen Sexualmoral seit kurzem wieder in die Aufmerksamkeit der Medien. Eine junge Frau sollte auf Grund des Verdachts einer Vergewaltigung untersucht und Spuren gegebenenfalls gesichert werden. Die behandelnden Ärzte in den katholischen Krankenhäusern wiesen sie jedoch ab aus Angst eventuell über die "Pille-danach" beraten zu müssen. Seitdem gibt es Diskussionen über die "veralteten" und "längst überholten" Ansichten der kirchlichen Sexualmoral. In den Medien wurden sehr schnell auch viele andere Beispiele gefunden, in denen man doch endlich seine Meinung ändern solle. Genannt werden hier zum Beispiel in einem Artikel der FAZ vom 06.Februar 2013 die künstliche Empfängnisverhütung, Leihmutterschaft, Homosexuelle Beziehungen, Präimplantationsdiagnostik, Abtreibung, Scheidung und Wiederverheiratung und die aktive Sterbehilfe. (Das hier zwischen den verschiedenen Themen keine Differenzierung vorgenommen wird ist für mich vollkommen unverständlich und auch sonst ist der Artikel Die Revolution des Kardinals von Daniel Deckers nicht besonders aussagekräftig.) Ich möchte in diesem Text tatsächlich nur Stellung zur Problematik der "Pille-Danach" beziehen. Die anderen Themen halte ich ebenfalls für sehr wichtig, daher möchte ich Sie in gesonderten Texten behandeln. Herausstellen will ich an dieser Stelle nur welche der oben aufgeführten Themen tatsächlich sehr eng mit der Problematik der "Pille-Danach"zusammenhängen: künstliche Empfängnisverhütung, Präimplantationsdiagnostik, Abtreibung und aktive Sterbehilfe. Der Zusammenhang dieser Themenfelder besteht in ihrem unmittelbaren Bezug zum kirchlichen Verständnis des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Klären wir zunächst was es mit diesem Recht auf Leben auf sich hat. Googlet man danach so findet man auf wikipedia.de folgenden Eintrag:

"Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland enthält in Art. 2 Abs. 2 Satz 1 1. Alt. das Grundrecht des Rechts auf Leben:
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden.“"

Das Recht auf Leben kommt jedem Individuum zu unabhängig von Nationalität, Herkunft etc. und daraus ergibt sich die Pflicht des Staates das Leben jedes einzelnen Menschen zu schützen. Soweit ist noch alles klar. Problematisch wird es erst, wenn man versucht zu definieren ab welchem Zeitpunkt entstehendes Leben schützenswert ist. Hierzu gibt es verschiedene Ansätze, die meiner Einschätzung nach jeweils schwerwiegende Konsequenzen haben. Diese Ansätze und ihre Folgen werde ich im Text über das Recht auf Leben alle ausführlich beschreiben. Hier möchte ich nur den Standpunkt der katholischen Kirche, der auch mein persönlicher Standpunkt ist, erläutern. Nach katholischer Lehre ist das Leben von der ersten Entstehungssekunde an absolut schützenswert. Mit dieser ersten Sekunde ist faktisch die Befruchtung der Eizelle gemeint. Die befruchtete Eizelle ist also schon vor der Einnistung in die Gebärmutter absolut schützenswert. Eine künstliche Verhinderung der Einnistung durch eine "Pille-Danach" mit nidationshemmender Wirkung kann man sich daher wie ein Verhungern lassen der Eizelle vorstellen. Nach kirchlichem Verständnis handelt es sich hierbei also um eine verfrühte Form des Schwangerschaftsabbruchs und somit um die Tötung eines schützenswerten Lebens. Eine solche Handlung ist also wider dem fünften Gebot "Du sollst nicht töten!" und mit dem christlichen Denken und Gewissen nicht vereinbar. Hieraus erklärt sich warum ein Arzt, der sich verpflichtet hat der christlichen Moral entsprechend zu behandeln, nicht mit reinem Gewissen ein Präparat verschreiben kann, dass abtreibende Wirkung hat. Hieraus erklärt sich auch warum die Bischöfe nicht davon abrücken werden, dass eine Pille mit nidationshemmender Wirkung auch weiterhin nicht zu verschreiben ist! Nun gibt es allerdings Stimmen in Deutschland, die fordern, dass in allen Krankenhäusern unabhänging von ihrer Trägerschaft die gleichen medizinischen Standards gelten müssen. Die Verschreibung der "Pille-Danach" ist diesen Urteilen zufolge eine Standardmaßnahme, und zwar nicht nur im Falle einer Vergewaltigung. Teilweise wird sogar gefordert früh abtreibende Präparate rezeptfrei auszugeben. In den meisten Kliniken wird auch tatsächlich die "Pille-Danach" wöchentlich verschrieben und es scheint kaum der Rede wert zu sein. Scheinbar hat also ein Großteil der Deutschen Gesellschaft ein anderes Verständnis davon ab wann entstehendes Leben schützenswert ist. Darauf werde ich wie gesagt unter der Frage zum Recht auf Leben näher eingehen. Ich halte es allerdings für höchst problematisch, dass solche Präparate so unreflektiert und unaufgeklärt herausgegeben werden, sodass man von der (aus kirchlicher Sicht) Tötung eines entstehenden Kindes als Standardmaßnahme sprechen kann. Umso erschreckender scheint mir, dass Menschen, die die christliche Auffassung teilen, als konservativ und realitätsfremd an den Pranger gestellt werden. Die Hochschätzung des Lebens ist nichts für das sich irgendjemand schämen muss. Was nun die prinzipielle Abweisung der Frau im Fall der Kölner Krankenhäuser angeht, so haben sich die Bischöfe hierzu bereits geäußert. Zum einen wurde klar gestellt, dass auch Ärzte in katholischen Krankenhäusern die Opfer umfassend behandeln dürfen, sollen und sogar müssen. Es wurde desweiteren herausgestellt, dass auch die umfassende, seelsorgerische Beratung des Opfers zu den Pflichten des Arztes gehört. Hierbei muss er auch auf die "Pille-Danach" hinweisen, ist jedoch dazu verpflichtet in umfassender Weise auch die hiermit verbundenen Problematiken zu erläutern. Verschreiben darf der Arzt weiterhin keine Präparate, die nachgewiesene nidationshemmende Wirkung haben. Die Gründe hierfür sind oben erläutert. Bei Präparaten deren Wirkung unklar ist muss der Arzt aus seinem Gewissen heraus entscheiden. Den Ärzten wird hiermit die nötige Autonomie zugestanden, die sie brauchen, um in wirklichen Notsituationen schnell und selbstständig handeln zu können. Letztlich muss das Opfer eine Gewissensentscheidung treffen.Jemand hat mir mal den Spruch weitergegeben: "Gott gibt einem nicht mehr Päckchen auf als man tragen kann". Daran glaube ich fest. Abwägen muss man trotzdem auch immer die Konsequenzen für das Opfer im Falle einer Schwangerschaft. Welchen psychischen Belastung ist eine Frau ausgesetzt, die das Kind ihres Vergewaltigers in sich heranwachsen spürt? Wie wird sich diese verbrecherische Tat auf ihre Zukunft auswirken und wie sieht die Zukunft eines Kindes aus, das von seiner Mutter nicht wahrhaft geliebt werden kann oder von vornherein dazu bestimmt ist nach der Geburt zur Adoption freigegeben zu werden. Hat der Schutz einer befruchteten Eizelle wirklich höhere Priorität als das Leben das Opfers?  Der Dreh- und Angelpunkt aller Problematiken ist das Verständnis über das schützenswerte Leben. Ich werde mich also als nächstes mit dieser Frage auseinandersetzen.

 


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